Die unendliche Geschichte

Anfangen möchte ich diese Beitragsserie mit „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Ich war ca. 7 oder 8 Jahre alt und meine Eltern hatten damals eine besonders schöne Schmuckausgabe des Buches. Es hatte einen dunkelroten, samtig glänzenden Einband auf dem je nach Lichteinfall, das Aurin zu sehen war – zwei Schlangen die sich in den Schwanz bissen und ein Oval bildeten. Wie oft habe ich über diesen herrlichen Einband gestrichen, wie sehr habe ich das raue Gefühl unter meinen Fingerkuppen geliebt. Und wie oft habe ich es einfach nur durchgeblättert, weil es so wunderschön war.

Zu jedem Kapitel gab es eine wunderschöne Illustration und der Text, war in rot und grün abgedruckt, genau wie in der aktuellen Ausgabe. Grün für Phantasién und rot für Bastian Balthasar Bux. Ich weiß noch, dass mir die Illustration zum bösen Wolf Gmorg besonders Angst machte. Diese Seite habe ich, als ich das Buch selbst gelesen habe immer ganz schnell überblättert, weil es mich besonders gegruselt hat. Manchmal wenn mein Blick doch auf die Zeichnung fiel, konnte ich danach oft tatsächlich schlechter einschlafen. Dann habe ich immer einen dunklen Wolf in der Ecke meines Zimmers sitzen sehen. Die Geschichte hat mich schon damals begeistert und meine Fantasie beflügelt. Mehrere Male habe ich das Buch über die Jahre gelesen und es wurde nie langweilig. Aber ganz besonders war es jedoch, als mein Vater es mir – gerade als ich noch jünger war – vorgelesen hat. Ich habe mich dann immer zwischen meine Eltern in deren Bett gekuschelt und ganz gespannt gelauscht. Mein Vater hatte zusätzlich das Talent, den Charakteren ihre eigene Stimme zu geben, was mich als Kind natürlich vollkommen begeisterte. Ganz nah und bildhaft, habe ich in diesen Stunden die Geschichte rund um Bastian, Atreju und die kindliche Kaiserin erlebt. Wie habe ich lachen müssen als Atreju bei den kleinen Gnomen ist. Wie musste ich schmunzeln als er zur Uralten Morla kommt. Wie habe ich weinen müssen, als Atrejus treuer Begleiter im Sumpf versinkt. Wie ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen, als es zur Stelle des bösen Wolfes kam oder Atreju mit Ygramul der Vielen spricht.  Besonderer Fan war ich jedoch immer von Fuchur dem fliegenden Glücksdrachen. Mein Vater verlieh ihm eine besonders tiefe, monotone und sanfte Stimme.  Und es wurde ein kleiner Traum war, als ich mit meiner Familie in den Bavaria Filmstudios in München war und einmal auf dem Rücken der Drachenattrappe, welche für den Film verwendet wurde, sitzen durfte.

Die unendliche Geschichte ist ein Buch was mich all die Jahre begleitet hat und auch heute noch ein treuer Gefährte ist. Michael Ende hat eine Geschichte geschaffen, die meine Fantasie und Kreativität beflügelte und immer noch beflügelt. Das Buch hat mir Lust auf mehr solcher fabelhaften Geschichten gemacht, mich dazu motivierte zu lesen und mich selber im fantastischen Schreiben zu versuchen. Der Autor legte damit einen Grundstein meiner Lese- und Buchleidenschaft und dafür bin ich ihm unendlich dankbar.

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